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   NEU: Die KönigmacherInnen, PRost!


  PARSIFAL FÜR ARME
    PARSIFAL´s Revolution

   FAUST IN FRANKFURT AM MAIN

 

 

Parsifal für Arme mit Beinen

- ein Minigralsdrama -
TEIL 1

: (komatöses Erwachen von )

Was ist passiert, was hab ich an?

Ein Gralsgewand!

( schaut auf S., er grinst. Ein grauenhaftes Lachen von Don Ritschi Wagner ertönt )

Ich suche den Erlöser!

S: Der steht vor Dir, dumme Nuss.

: Du siehst eher aus wie ein Hasi.

Hast so lange Ohren und so einen langen

Schwanz. Der Hasi vom Hasifal (kichert amüsiert)

S: Ich bin der letzte edle Ritter dieses Grals.

(hoppelt auf der Stelle)

: Sag Ritter aller Männerbünde, wo spielt die arabische Liga denne?

S: Hasi, die Liga spielt im verkehrten Sender dieser Weltklinik. Deren Mucke ist richtig scheiße.

(Aus dem Hintergrund ertönt ein Fagott, eine Oboe und eine Bassklarinette)

: Oh Ritter, entwurzelter Menne, du erklingst so esoterisch daher.

S: Wohl eher erotisch, Hasi.

(wirft sich einen purpurnen Mantel über, während er sich dabei zwischen die Beine packt und kratzt)

: Mann des Grauens, vergib dir deine Schuld und entlöse dich vom Bösen.

S: Naive Drecksau.

: Na hör mal, das verbitt ich mir. (tuntig)

S: Was willst du, mir etwa was zum Rauchen anbieten? Oder einfach nur nerven, Idiotin?

: Du zitterst ja, beinahe wie der Bernd aus Munic.

S: Was, den kennst du auch!

: Ja klar, was glaubst du denn. Ich bin mit dem Space-Taxi angereist.

S: Du? Dann wärst du ja die Weltretterin? Ich dachte Bully turtelt das!
: Ach der Bully. (tuntig sprechend) Hat doch nix drauf außer Fördergelder absahnen und in Lohengrinthermen herumplanschen.

S: Aber hallo, du bist ja eine richtig geile Drecksau.

: Nein, edler Ritter, ich glaube fast, ich bin die Erlöserin. (pathetisch) Erkennst du mich denn nicht?

S: Eine Frau? Das kann nicht sein. Die Bibel lügt nicht. (Wischt sich die Hände, die urplötzlich zu bluten anfangen, am Koran ab) Siehst du, ICH blute. Nicht du. (Schreit) Der Beweis!

: Der Preis ist heiß, Hasi. Aber die Geschichte ein Trug. Ich bin es, der sie die Nägel durch die Adern bohren werden.

S: Oh, darf ich dich nageln? (flehend)

: Gern. Später. Doch zuerst bringen wir diese Vorstellung zum Ende.

S: Ok, Herrin.
: (befehlend) So und jetzt machst du dich mal frei.

S: (erstaunt sprechend) Das bin ich doch! Ein freier Mensch.

: Das glaubst auch nur du, Schläfer. (lacht ironisch) (Reißt S. die Klamotten vom Leib)

Ein Mann so voller Pracht. (singt) Macht hoch die Tür, das Bein macht breit, ich bin die Frau der Heiterkeit.

S: (irritiert guckend)

: (lacht) Na da schaust du, Hasifal.

So nett kann es sein, wenn ihr nur mal uns Frauen ranlassen würdet.

S: (lacht freudig erregt, während sie langsam ihr Gralsgewand ablegt)
: Jetzt darfst du mich nageln.

S: (und S. nagelt was das Zeug hält. Wir hören Schläge und Schreie)

 

S: (übertoll schreiend, hebt den Kopf,

anblickend)

Es ist vollbracht. Lass uns feiern!

 

Kurze Stille.

 

: (stönt)

Mutter, vergib ihm. Mann ist fehlbar. Auch dieser arme Sünder hier. Nur ein Mensch auf dem Wege zur Menschwerdung.

 

MUTTER aus dem OFF

Tochter der Mutter Gott. Das ist nicht dein ernst! Du hast doch nicht mehr alle Tassen im Schrank. Ihn laufen lassen. Einen Mörder, einen blutrünstigen Schläfer?

 
: Mutter, hilf ihm. Denn er wusste doch nicht, was er tat.

 

MUTTER aus dem OFF

Nur dir zuliebe tu ich es, Tochter der Mutter Gott.

 

(Man sieht Mutter Gott übers Wasser laufen, S. entgegen.)

 

Chorgesang der Robben erklingt aus dem Hintergrund. Sie grunzen das Ave Maria.

Die Hasen führen dazu den Totemtanz auf. Der Verwesungstanz erinnert an das Kinderspiel: Dreh dich nicht um, denn der Blumsack geht um.

ABSPANN

Eine wahre Begebenheit diese Geschichte vom Parsifal für Arme mit Beinen. Die Mutter Gott und Schläfer S. zogen gemeinsam in ein kleines Häuschen in der Nähe von Bayreuth. Sie poppten was das Zeug hält und bekamen noch viele Kinder zusammen. Sie lebten glücklich und zufrieden. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann treiben sie´s noch heute. ArMEN.

 

ENDE - Teil 1.

written & directed by

stella eva henrich

cast

erlöserin / idiotin

stella eva henrich

ritter klingsor / hasi / gralsritter / schläfer

c. schlingenseife

crew

editor / producer / direcor of fotography

stella eva henrich

gehilfe gartenzwerg

c. schlingenseife


Parsifal - Teil II

Wer Krieg haben will, soll ihn bekommen

Die Erlöserin klettert putzmunter vom Kreuz.

Maria Magdalenä , die vor dem Kreuz auf einem Schemel hockt und strickt, reicht ihr ein scharfes Messer, mit dem die Erlöserin sich die linke Brust mit gekonnter Hand abschneidet.

Dann nimmt sie Pfeil und Bogen von Magdalenä M. entgegen und wirft sich ein frisches weißes Leinentuch über. Sie murmelt dabei leise den Satz "Wer Krieg haben will, soll ihn haben."

Am Wegesrand stehen die 12 Lolittas Andrea, Bartholomä, Jakoba die Ältere, Jakoba die Jüngere, Johanna, Juda, Matthä, Petra, Philippa, Simone, Thaddä und Thomasia und klatschen laut Applaus.

MM: Nun siehst du aus wie ein Gespenst mit diesem Leinentuch (lacht) .

: Ja, stimmt. Doch sag Magdalenä, Schwester, wie lange habe ich da oben nun abgehangen wie ein junger Schinken?

MM: Ein paar Tage, Schwester. Ich war schon einwenig besorgt um dich. Doch du schaust überraschend gut aus, wie einem Ross entsprungen.
: Nicht doch. Ich habe doch nicht etwa auch noch eine Zeit dösend im trojanischen Pferd zugebracht?

Die 12 Lolittas lachen im Hintergrund und summen das Volkslied " Es ist ein Ros entsprungen.... "

MM: Nun komm. Stärken wir uns erst einmal in der nächsten Unterweltkneipe. Ich kenne hier eine gute ums Eck. Da gibt's guten Schnaps.

: Ich nehme dich Huckepack, Schwester. Dann können wir den direkten Weg übers Wasser schreiten.

Die beiden Schwestern schreiten voran. Am anderen Flussufer wartet Herbert Achternbusch, ein alter Schulfreund von .

: Mensch Alter, dich gibt's auch noch. Was macht dein alter Herr im Hause? Poppt er noch mit der Klosteroberin (lacht) .

HA : Ach, die. Die arbeitet jetzt als Domina im bayerischen Justizministerium.


Die Weiber lachen und ziehen weiter.

Dann verschwinden sie in der Schänke.

[Musik aus dem Hintergrund:
Flieger grüß mir die Sonne
]

Penthesilea und die restliche Weiberbande sitzen bereits am Tresen. Nur Esther wirkt ein bisschen angetrunken. Sie jodelt einen Song von Don Ritschi Wagner "Götterdämmerung".


ENDE -Teil 2.

Parsifal - Teil 3

Kurz vor der Revolution

Personen:

Stern

Esther

Mariä Magdalena

Die 12 Lolittas

Weiberbande der Amazonen

Sophie, Mädchen wird auch "Weiße Rose" genannt

Rolando Baerger, Berater

Herr Hartzlos, Möchtegernerlöser

Der heilige Georg, Kellner

Danton Büchner, Bühnenarbeiter

 

Unterweltkneipe                                          innen

Die Frauen sitzen zusammen an einem großen runden Tisch. Gott Mutter´s Bild hängt an der Wand. Sie sitzt auf einer Bank vor der Tür eines kleines Häuschens und schneidet Zwiebeln.

Esther beißt eine Ecke vom Brot ab, kaut einen Moment darauf rum und spuckt es dann wieder angeekelt aus. Am Tisch neben ihr sitzend, murmeln die 12 Lolittas das "Vater Unser".

"Und unser Brot gib uns heute ....." [Lolittas]

Esther: Unser Brot wird auch immer schlechter. Schmeckt fürchterlich der Laib hier! Da hat der Franchiser mal wieder Säuerungsmittel untergemischt. Dreckskerl!

Nachdem Esther ihre Flucherei beendet hat, liest Mariä Magalena die Schlagzeile aus dem Hessischen Landboten laut vor.

MM: Weiber und Kinder schreien nach Brot. Jetzt werden sie mit Aristokratenfleisch gefüttert.

: Ja, die Welt liegt im Argen, Freundinnen. Das prophezeite schon der gute alte Johannes im Kapitel 16, Vers 18.

Der heilige Georg serviert einen Bembel mit roten Traubensaft.

Heiliger Georg: Noch ebbes, die Damen?

Derweil füllt er ihre Gläser mit dem guten Gesöff.    macht eine Handbewegung, die ihm signalisiert, er soll rasch die CD von Princess Superstar auflegen.

MM: Lasst uns prosten auf Deutschland das Wintermärchen, Freundinnen. Es lebe die Revolution!

Die Frauen und die jungen Lolittas leeren die Gläser auf ex. Alle zusammen rufen sie: Auf die Revolution. Dann lachen sie laut.

Ein Weib: Hört den Messias, der gesandt ist zu wählen und zu richten, um die Bösen mit der Schärfe des Schwertes zu schlagen.

: Du meinst doch nicht etwa diesen Möchtegernerlöser dort. (Sie zeigt dabei auf den Typen im hinteren Teil der Kneipe.) Der nennt sich Herr Hartzlos und ist vom Feind gesandt, uns zu überwachen, weil wir im Willen des Volkes unbeugsam aufstehen. Das macht ihm Angst.

Herr Hartzlos zieht verstohlen und peinlich berührt den Kopf ein. Aus dem anderen Eck ruft der Gesandte des Kanzlers zu.

Rolando Baerger: Richtig so, Weiber, ich weiß nichts, aber ich rate euch, niemals zu schlafen, sonst verliert ihr den barmherzigen Kampf der Revolution.

Esther: Halt´s Maul Rolando. Du stehst mit einem Bein doch bereits hinter schwedischen Gardinen. Und deine verlogene Barmherzigkeit wider uns mordet den Aufstand der Anständigen. Du bist doch Aristokrat und nicht des Volkes gleichen. Du trinkt Wein und predigst uns Wasser.

Beifall und verwirrtes Geschrei.

Rolando Baerger: Ich habe dafür lange gearbeitet.

Esther: Das glaub ich gern, Vampir. Doch wahrlich ich sage dir, wenn du uns beißt, werden auch wir zu Vampiren. Und dann Rolando hast du Mann im Zwirn keine Chance. Bist weder hart noch einsetzbar für den Kampf. Deine Krawatte bindet dir noch immer dein Hausmädchen. Doch pass nur auf, dass diese Zofe nicht eines morgens den Knoten dir zu fest zuzieht.

Rolando Baerger verschluckt sich und hustet.

Beifall von den 12 Lolittas.

MM: Bravo, Esther. Du bist ein echtes Teufelsweib, heilige Hure. Gemeinsam werden wir wie Medusenhäupter die Verräter in Stein verwandeln und ihre Zunge guillotinieren. Denn dieser Lasterhafte hier ist der politische Feind der Freiheit. Er und seine Mannen plündern das Volk, doch ungestraft wollen wir sie nicht entkommen lassen. Die Waffe der Republik ist der Schrecken. Und der Schrecken ist ein Ausfluss der Tugend, die schnelle, strenge und unbeugsame Gerechtigkeit.

Allgemeiner Beifall.

Viele Stimmen: Es lebe Esther, es lebe die Revolution.

Sophie: Es stimmt, sie zerschlagen den Sinn fürs Gemeine. Angeblich für´s Wohl aller. Ich wusst´s vor euch, Frauen. Doch am Ende werdn´s uns alle töten. Die hartzlosen Baergers UND das Volk.

(zu Sophie sprechend): Die Revolution ist wie Saturn, sie frisst ihre eignen Kinder?

Sophie: Selbst wenn wir uns mäßigen, schlagen sie uns tot. Denn Mäßigung ist Schwäche für das Volk. Und außerdem sind wir lasterhaft, in ihren Augen wie dieser Baerger da. Denn wir genießen. Wie er.

Esther: Und das Volk ist tugendhaft und genießt nicht?

Sophie: Das Volk genießt auch, doch misst es mit zweierlei Maß. Sie dürfen sich berauschen und sich besaufen, sie dürfen Straßenfeste feiern, wie es ihnen grad gefällt. Doch sieh wie sie pöbeln beim Blättern der Bunten. Wie sie sich freuen, wenn der Promi im Puff beim Koksen erwischt wird. Wie sie zetern, wenn einer 16 Häuser in Potsdam besitzt. Das Volk ist wie ein Kind, es muss alles zerbrechen, um zu sehen, was darin steckt.

: Gute Sophie, aus dir spricht die Weisheit!

Esther: Die soziale Revolution ist noch nicht fertig. Wer eine Revolution zur Hälfte beendet, gräbt sich selbst ein Grab. Die gute Gesellschaft ist noch nicht tot.

MM: Ein heißes Herz und kühler Verstand ist dir, Esther. Bravo, lasst uns darauf anstoßen, Weiber!

Sie erheben ihre Gläser und stoßen an.

Sophie (unterbricht die ausgelassen Anstoßenden): Doch wer entscheidet, wer Henker und wer Gerichteter ist? Bist du der Polizeisoldat des Himmels, Esther?

Esther: Du leugnest die Tugend, Sophie!

Sophie: Und das Laster. Jeder soll leben. So wie es ihm gefällt.

Esther: Drum. Denn um diese Freiheit ist es bestellt. Wer in einer Masse, die vorwärts drängt, stehen bleibt, wird zertreten. Und dabei erlöst keiner den anderen mit seinen Wunden.

: Schaut wie der Möchtegernerlöser grinst (deutet auf Herrn Hartzlos), während du sprichst, Esther.

Esther: Er weiß ganz genau, es gibt kein zurück mehr. Für uns alle!

 

Bühnenarbeiter Danton Büchner zieht derweil den Vorhang mit den Händen zu.

PAUSE. Teil 3.

Während der Pause zerreißt sich im Foyer die ehrenwerte Gesellschaft die Mäuler über die folgende Geschichte hier.

Derweil erinnern sich einige Gäste gut an Gretchens Bananenrepublik aus einer anderen Inszenierung. Man hört Sätze wie diesen "Wir werden von Räubern regiert" immer wieder in der Pause. Der Herr Schiller, häufiger Gast des Theaters und Hobby-Autor, beschließt darüber mal demnächst ein Stück zu schreiben.

Vor der Tür des Hauses hat sich in der Zwischenzeit die Newcomerband RANDSTEIN postiert und singt für die Pausengäste den Song "We are living in Amerika. Amerika ist wunderbar."

Derweil bleibt einer am Bordstein stehen, der die Hosen gestrichen voll hat. Er setzt sich neben einen Penner auf die Bank. Der Penner krakelt "Ich bin ein Frankfurter Bubb" und prostet mit der Bierdose in die Menge. Drei militant aussehende junge Männer gesellen sich zu den beiden. Eine Touristin macht ein Foto dieser Männergesellschaft und schlendert dann vergnügt weiter. Ein älterer Mann bleibt an der Bank stehen und berichtet, dass der Führer wiederkehre. Am 23. Dezember auf der ARD mit einer eigenen TV-Show. Der Kerl mit den vollen Hosen lacht und meint "Dirty Harry kehrt von der Weltreise ins Reich der Heimat zurück! Na endlich.

Das Land ist gerettet". Die Männergesellschaft gröhlt einstimmig: "Es lebe der FÜHRER! Ja es lebe der Führer!"

Jetzt geht es weiter hier.

FAUST IN FRANKFURT AM MAIN
Ein LUSTSPIEL / Radikaler Realismus

PERSONEN
Faust (Heinrich), Edelmann mit Felix Krull-Allüren.
Gretchen, auf 16 Jahre gestylt (ist aber wesentlich älter), treibt ein böses Spiel mit Faust; arbeitet als Früchtchen in der Frankfurter Unterweltkneipe „Nitribit“, Nähe Kaiserstraße.
Lerse, schwuler Kumpel von Faust.

VORSPIEL
Abend.

Ein kleines reinliches Zimmer.
Gretchen ihre Zöpfe flechtend und aufbindend.

Ich gäb was drum wenn ich nur wüsst
Wer HEUT der Herr gewesen ist.
Er sah gewiss recht wacker aus
Und ist aus einem edlen Haus
Das konnt ich ihn an der Stirne lesen.
Es wär auch sonst nicht so keck gewesen.

Kurze PAUSE.

Gretchen greift nach der Zeitung, die auf dem Tisch liegt und liest die Schlagzeilen des Tages laut vor. Ihr Lesen klingt so, als würde sie ein Gebet sprechen.


BANANENREPUBLIK.
unerlaubte millionen zahlungen aus der Konzernkasse.
doch die täter wollen nix wissen. „nichts davon stimmt“ rufen die millionenschweren frühpensionierten bosse.
„tüchtige männer brauchen tüchtiges geld.“
angeekelt schaut der kleine mann von der straße weg. wahrnehmungsstörungen im turbokapitalismus. derweil rückt der knastwagen an; manager verschwinden hinter schwedischen gardinen. hoffentlich auf ewig und immer da.
BANANENREPUBLIK
justizminister tritt zurück.
makler der macht packt seinen ranzen.
sektenartige verflechtungen im staate deutschland.
medien und politik ein netzwerk aus korruption.
lobbyismus ist keine erfindung von heute.
die schergen der großindustrie tun schon lange ihre dienste.
„wer hält sie am leben und warum“ fragt sich angeekelt die kleine frau von der straße. keine antwort. die presse schweigt, nicht erst seit gestern.
BANANENREPUBLIK
täuschung, manipulation, intrigen.
das drehbuch wird perfekt gespielt.
PR ist ein dreckiges geschäft. nicht erst seit heute. die öffentlichkeit guckt sehend zu. macht mit im spiel um millionen und milliarden. menschenverführer und menschenfresser. euch ist das leben des bürgers kein pfifferling mehr wert. die börse platzt. die kurse stürzen ab. politiker verschulden sich im aktienfieber. kreditvergabe schafft gefährliche abhängigkeiten im frankfurter grünen salon. abgang, rücktritt. metropolen fangen an zu stinken. ein geisteskranker irrt umher.
BANANENREPUBLIK
denk ich an deutschland denk ich an
BANANENREPUBLIK
auf ewig und immer da.
AMEN.

RÜCKBLENDE. Abend.

Unterweltkneipe „Nitribit“.
Faust steht mit Lerse an der Bar.
Gretchen wirbelt durch die Kneipe. Lacht. Lacht viel. Lacht laut und hemmungslos.

Faust laut zu ihm:/ Ich hab den längsten.
Lerse quietscht vergnügt:/ Heinrich, nicht doch.
Faust tätschelt Lerse am Hintern:/ Soll ich dich hier kneifen?
Lerse: Lass den Scheiß. Hier kennt man uns.
Faust: Umso besser. Oder hier. Faust packt Lerse in den Schritt.
Lerse quietscht erneut:/ Ich bin schon ganz hart.
Faust: Ich pack dich jetzt fest am Arsch und dann stoß ich dir die längste Praline der Welt in dein Loch.
Faust öffnet den Hosenlatz und holt seinen Schwanz raus.
Faust: Los dreh dich um, du Sau.
Lerse dreht sich widerstandslos mit dem Hintern zu Faust.
Faust stößt Lerse heftig von hinten:/ Boahhhh. Geiles Loch für einen erst 18 Jährigen.

Menschen an den Tischen schauen kurz auf. Manche schütteln die Köpfe. Andere lachen. Die meisten jedoch scheint die Szene wenig zu irritieren. Sie wenden sich dann wieder ihren Gesprächspartnern zu.

Lerse stöhnt:/ Aua. Zu heftig. Zügel dich.
Faust: Halt die Fresse, Lerse. Ich hasse es, wenn du beim Ficken quatschst.
Und noch dazu so´n Scheiß.
Faust stößt Lerse unberührt weiter. Stoppt kurz. Entfernt die goldenen Manschettenknöpfe vom dunklen Zwirn. Legt sie auf die Bar. Krempelt sich die Ärmel seines blütenweißen Hemdes hoch.

Faust: Ich seh etwas, was du nicht siehst. Faust stößt und stößt.
Lerse stöhnt gequält.

Faust beginnt zu singen:/
Hast so kleine Hände, hast so kleine Zehn,
ich trage eine Zipfelmütze und einen Talar.
Hopsasa. Boahhh. Hopsasa.
Unter meinem Gewand bin ich nackt.
Das ist doch nichts Besonderes.
Mein Kreuz wird dich beschützen.
Ein Seelenfänger bin ich ja,
und der Rest der Welt kann mich mal.
Hopsasa. Boahhh. Hopsasa.

Faust kommt. Packt seinen Schwanz wieder ein.
Lerse hängt benommen über der Theke.
Gretchen eilt herbei. Faust abgewendet.

Gretchen: Bester Lerse, kann ich dich erquicken?
Es scheint, du hast es nötig.
Lerse völlig erledigt:/ Ich bin erquickt genug, Gretchen.
Gretchen: Hast´s wohl zu doll mit dir treiben lassen?
Lerse: Wie schien mir´s schwarz und schwärzer.
Doch nun bin ich der Sünde bloß.
Doch – alles was mich dazu trieb.
Gott! War so gut! Ach war so lieb!
Faust pöbelnd:/ Und hab ich dir zuviel versprochen, Lerse!
Ich hab den längsten. Faust lacht ordinär.
Gretchen: Du hast ihn zu hart ran genommen, Heinrich!
Faust blinzelt verlegen, zieht die Schultern ein.
Gretchen: Mein schöner Jüngling darf ich’s wagen
Mein Arm und Geleit dir anzutragen.
Lerse verlegen: Bin weder Jüngling weder schön.
Kann ohn´ Geleit nach Hause gehn.

Lerse geht ab.

Gretchen streng sprechend zu Faust: Komm du mir später aufs Zimmer, Heinrich.
Faust kleinlaut, frech: Ich werde dich bumsen, blondes Früchtchen.

ZIMMER VON GRETCHEN.
Selber Abend. Unterweltkneipe „Nitribit“.

Gretchen liegt in Unterwäsche auf ihrem Bett. Sie hat die rote Nachtischlampe angeknipst. Die Vorhänge sind noch nicht zugezogen. Von außen können die Männer reingucken.

Gretchen singt:/ La le lu, nur der Mann im Mond schaut zu,
wenn die kleinen Mädchen schlafen. Dann schläfst auch du.
Es klopft an der Tür.
Gretchen kühl: Komm rein, Heinrich.
Faust tritt ins Zimmerchen von Gretchen.
Gretchen: Na, hast heut Abend wieder Gott gespielt, Heinrich.
Faust ernst: Ich spiele nicht, ich bin Gott.
Gretchen: Komm Gott, setz dich zu mir aufs Bett. Will sehen, was Gott mir so mitgebracht hat.
Gretchen zieht Faust die Hose runter. Er sitzt mit entblößtem Geschlechtsteil neben ihr.
Gretchen: Das ist also das Teil von Gott. Gretchen lacht auf.
Faust sauer: Mistkäfer. Was lachst du?
Gretchen: Hab schon längere gesehn, Heinrich.
Faust: Der steht ja auch noch nicht.
Gretchen: Na dann bringen wir ihn mal zum Stehen. Wolln sehn, ob er mich überzeugen kann.
Faust: Bisher noch immer konnt ich’s.
Gretchen. Angeber. Bisher hast du´s mir noch nicht gezeigt, wie´s geht.
Du redest viel und gern. Oft dummes Zeug. Soll ich die Peitsche wieder holn?
Faust: Lass gut sein, Gretchen. Diesmal schaff ich’s ohne sie.
Gretchen Anweisungen erteilend:/ Fass mich hier und da. Beiß mir in die Brust.
Komm Heinrich, zier dich nicht. Beiß zu. Sei kein Schlappschwanz, Heinrich.
Faust fummelt unbeholfen an ihr rum.
Gretchen: Nicht so. Verdammt. Das du´s nicht lernen willst, was uns gefällt.
Faust: Ich geb mir größte Müh, Dirn.
Gretchen: Doch bei mir regen tut sich nichts. Kerl, auch du scheinst nicht geil dabei zu werdn. Dein Schwanz so schlaff wie Müllers Milch vom Aldi.
Faust den Tränen nah.
Faust winselt:/ Ich spiel das Drehbuch doch sonst so perfekt im Leben.
Gretchen lacht süffisant: Doch dieses hier beherrschst du nicht. Wart einen Moment, ich will die Peitsche rasch holn. Sonst wird das doch nichts.

Gretchen geht zum Schrank in der linken Ecke des Zimmers. Darin liegen etliche Sado-Maso Utensilien. Sie greift nach der ledernen Peitsche und der Maske. Sie geht zum Bett zurück.

Gretchen zu Faust in strengem Domina Ton:/ Knie nieder, GOTT der Unterwelt. Ich will dich sehn. Mach weit das Tor, die Bein mach breit. Bist du so weit, sag schnell bescheid.
Gretchen schlägt die Peitsche mit kräftigen Hieben auf den nackten Rücken von Faust. Er stöhnt erregt, lustvoll.
Gretchen: Reicht´s noch nicht, Heinrich. Steht er nimmer mehr.
Faust: Gleich, Grete, gleich. Gib mir noch einen Augenblick. Ich will dich dafür gut entlohnen.
Gretchen drischt wie eine zänkische Amazone auf den weichen Körper des knienden Mannes. Ab und an beugt sie den Kopf zum Boden, den Blick auf Fausts Geschlechtsteil gerichtet. Er keucht.
Gretchen: Jetzt mach hin, Heinrich. Das ist ja unbezahlbar, was ich hier treib.
Faust befreit schreiend:/ Er steht. Er steht. Ich bin soweit.
Gretchen setz sich auf ihn drauf:/ Das du mir aufpasst, Heinrich. Und dich beherrschst. GOTT, jetzt stoß zu.
Gretchen schaukelt rhythmisch ihr Becken. Mit Daumen und Zeigefinger kneift sie in die Brüste von Faust. Er stöhnt.
Faust: Ich könnt gleich explodiern.

Im Hintergrund liest jemand das Gedicht:

ich falle tief
das Haus so hoch
ich blicke dabei in mich rein
gesprengte Kraft
die Lungen platzen
die Haut brennt lichterloh
du zündest mich
entfachst ein Feuerwerk
jetzt häng ich hier
zwischen Himmel und Erde
hab´ Angst rasch zu verglühn
gespalten in Million Atome
fang mich auf.

Faust explodiert:/ Ich kooooooooooooomme. Unter dir, in dir drin.
GREEEETEEEEEE. Liebe Greeeeteeeeeeeee. Meine Greeeeteeeeee.
Das Paradies auf Erden. Ich Gott will dich beflecken.
Gretchen springt rasch von ihm runter:/Verdammter Arsch. Hab ich nicht gesagt, du sollst aufpassen. Jetzt ham wir den Schlamassel. Voll in mich reingespritzt.
Faust: Verzeih mir, Grete. Ich zahl´s.
Gretchen: Das ihr in den zweitausend Jahrn noch immer nichts begriffen. Die arme Maria. Der Josef war sicher auch so ein Trottel.
Faust: Wie sprichst du mit Gott, Grete. Respekt wär angebracht.
Gretchen: Kaum ist es raus, wirst wieder frech.
Faust: Wahrlich ich sage dir, du wirst schmoren in der Höll, Dirn.
Gretchen: Nichts bessres könnt mir wohl passiern. Doch fürcht ich, komm ich da nicht hin. Da ich ein wahrer ENGEL bin.

ABSPANN. Gretchen singend.

Er legt seine Flügel über dich
beschützt dich und sich
vor der Kälte der Welt
beschützt das, was uns erhellt.

Er ist da jederzeit
er ist nicht weit.
er gibt immer Acht
vor der dunklen Macht.

Spürtest du nie seinen Atem im Nacken?
Hörtest seine Schritte nie auf Böden knacken?
Hörtest seine Stimme nie im Wind mitwehen?
Hast Seinen Schatten nie im Spiegel gesehen?

Manche Menschen glauben nicht daran
aber - sag mir - wer beschützt uns dann?
Er ist wohl der einz´ge, der´s gut mit uns meint
wenn uns´re Seele vor Schmerzen laut weint.

Auch wenn wir ihn nicht sehen,
auf uns´rem Weg er uns begleitet
solang die Zeit voranschreitet
wird er immer leis neben uns gehen.

Wenn ihm die Zeit gekommen scheint
um dich zu befrei'n aus dem Leben
Wenn dein Herz und seine Seele vereint'
Dann ist der Tag gekommen..an dem der Engel um dich weint

In der letzten Stunde deines Lebens
wird er sich dir zeigen
und brechen sein Schweigen
dir sagen “Es war nicht alles vergebens“.

An was du sonst nie wolltest glauben
wird dir nun den Atem rauben.
Mit Tränen zeigt er dir den Weg ins Licht,
wenn dein Herz zum letzten Male bricht.


ENDE der Szene.

Ähnlichkeiten mit noch lebenden Personen der Zeitgeschichte sind reiner Zufall und nicht beabsichtigt.

 


 

REM. :: DU entscheidest selbst!
   
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