Ein Streitgespraech zwischen Esther Streithammel und Gott

Esther trifft an der Himmelspforte ein. Sie hat Glueck. Gott öffnet ihr. Sie tritt ein, erquickt sich zunächst am reichhaltigen Himmelsgabentisch und erhebt daraufhin das Wort an ihren Tueroeffner gerichtet mit der FrageWo bitte geht’s zu Gott?“.

Der Himmlische erhebt das Weissweinglas, prostet Esther zu, nickt ihr verstaendnisvoll laechelnd zu und ruelpst dann erst einmal lauthals den Satz ins offene Mikrofon „Kasse bitte!“. Hoefisch hoeflich schwebt eine Himmelswaechterin an seinen Tisch. Engelsgleich mit niedergeschlagenen Augenlidern kassiert die Waechterin Gott ab und verschwindet daraufhin wieder im 1.000-Hektor großen Himmelslabyrinth.

Esther lacht - amuesiert über diese kleine Zeremonie – und wiederholt ihre Frage: „Wo bitte geht’s zu Gott?“ Gratis schenkt Gott Esther einen zornigen Blick, doch beeindruckt von ihrer Kuehnheit weist er sie an, ihm ins Nebengemach zu folgen. Esther laesst sich nicht zweimal auffordern und tritt vor Gott in den Raum. Das Gemach ist spartanisch nur mit einem unifarbenen Canapé und einem schaebigen Ohrensessel ausgestattet. Esther wählt das bequemer aussehende Sofa. Waehrend Gott noch die richtige Position im Sessel sucht, erhebt Esther unaufgefordert, erneut das Wort.

Wann darf ich mit dem Allerwertesten rechnen, verehrter Herr?

Gott laechelt und antwortet mit einer Gegenfrage:
Warum denn so eilig liebe Frau Streithammel? Wir beide haben doch unendlich viel Zeit, nicht wahr?

Nun lieber Schlossherr“, entgegnet Esther, „das kann man so aber auch so sehen. Doch Pfingsten steht mir bereits vor der Tür. Und da draengt mich die Zeit doch einwenig.

Gott blickt verständnisvoll, von Alters wegen.

Nun es kommt doch Jahr für Jahr wieder dieses Pfingsten“, spricht Gott wisserisch.

Wer weiss denn schon, wo er im kommenden Jahr sein wird“, entgegnet Esther.
Gott nickt langsam, beinahe ermuedet wirkend, diagonal mit dem Kopf.
Liebe Frau Streithammel, was ist denn an dem diesjaehrigen Pfingsten so Besonderes", zeigt sich Gott neugierig.

Esther rollt die Augen, wie sie es sich einst von den Diplompsychos vor Jahrzehnten abgeschaut hat, ihr Blick bleibt auf dem Dach des Himmelszeltes haften. Dann platzt es ungehalten aus ihr heraus.
Warum verdammt noch mal wurde der Muttertag in diesem Jahr wegen Pfingsten verlegt? Das wirbelt meinen gesamten Biorhythmus durcheinander. Erst verwirrt Gott mich mit seinem diesjaehrigen Schaltjahr und nun plant er diese Ueberraschungsbombe für den Mai. Hat Gott Spass an diesem Verwirrspiel? Was denkt sich Gott dabei?

Mit vorwurfsvoller Mine erhebt Esther wieder ihren Blick vom Dach des Himmelszeltes und schaut ins laechelnde Antlitz ihres Gegenüber, der seine Position in der Zwischenzeit im Ohrensessel gefunden hat.

...
So und nun willst Du ganz natuerlich wissen, wie das Streitgespraech zwischen ihr und ihm weitergeht, wann, warum und wodurch Esther irgendwann die Augen aufgehen und sie Gott womoeglich als den erkennt, der er ist. Oder kommt es ganz anders und Gott erkennt seine eigene Blindheit. Geblendet von der Kuehnheit, der Direktheit und der Ehrlichkeit dieser Streitbaren. Erkennt Gott am Ende seine eigenen menschlichen Schwaechen, die es ihm erlauben, seine Fehlbarkeit - etwa in der Terminwahl von Festtagen und der Unkenntnis von Biorhythmen – zuzugeben. Findet Gott am Ende zu sich selbst zurueck. Oder verfuehrt er Esther ins Labyrinth der Gedanken, aus dem es kein Entkommen geben koennte. Ein Meisterwerk der Meisterschuelerin.

Direkt bestellbar bei esthermedsgod@stellysee.de. Das Audio-eBook erscheint hoerbar im April im Knicks- Erlöser-Verlag von Adele Maria Monteponte
und kostet voraussschaubar 29,90 Euro*. Auch übersetzt in Edu verfügbar mit einem Ablasspreis von plus 6,90 Euro*.


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